LBV München wird gegen Eggarten-Zerstörung klagen

Bäume im Eggarten - Foto zum Aufruf des LBV

Heute Nachmittag hat der Landesbund für Vogelschutz (Kreisgruppe München) im Internet bekannt gemacht, dass er gegen das Bauvorhaben im Eggarten klagen wird. Das ist laut Mitteilung auf der Münchner LBV-Website die erste derartige Klage des Stadt- und Kreisverbandes.

Aus der Begründung: „Sträucher und Hecken verschwinden, ein wertvoller Erholungs- und Lebensraum geht verloren. Unzählige Tier- und Pflanzenarten sind im Eggarten zuhause, darunter auch der Waldkauz … bis die Bagger anrücken.“

Wer neu im Thema ist, kann hier auf der Biotop-Eggarten-Seite den einführenden Artikel aus dem Jahr 2024 lesen. Das Bauvorhaben „Eggarten-Siedlung“: Ein Modellquartier in der Frischluftschneise?

LBV: Warum den Eggarten zerstören?

Der LBV ruft auf seiner Website und in den sozialen Medien dazu auf, die „Klage gegen diesen Wahnsinn“ zu unterstützen (siehe auch Instagram und Facebook).

Der LBV hatte bereits vor vier Monaten anlässlich der Sitzung des Planungsausschusses über das Bauvorhaben im Eggarten zusammen mit der Bürgerinitiative auf dem Marienplatz vor dem Rathaus protestiert. Der Geschäftsführer Heinz Sedlmeier hatte eine engagierte Ansprache gehalten.

Nun schreibt der LBV: „Wofür die Zerstörung? Vorwiegend teure Eigentumswohnungen und Gewerbeflächen sollen entstehen, und das in Zeiten immer häufigerer und extremerer Hitzewellen.“

Und: „Dass sich München und die Landkreisgemeinden so enorm aufheizen, liegt nur teilweise am Klimawandel. Verantwortlich ist auch das immer weitere Zubauen von Freiflächen. Dagegen hilft nur, die Versiegelung zu stoppen und Bäume zu schützen. Geplante Ersatzpflanzungen können den Verlust alter Bäume nicht aufwiegen.“

Hier die Bankverbindung (Spenden sind steuerlich abzugsfähig):
IBAN: DE40 7015 0000 0100 1079 11 – Kennwort: Eggarten
BIC: SSKMDEMM – Stadtsparkasse München

Baumkronenbedeckung in Forschung und Europarecht

Die Auswirkung von Baumfällungen auf die Baumkronenbedeckung von Städten hat übrigens die TU München (Standort Freising-Weihenstephan) genauer untersucht, siehe die Meldung Simulation: Was die Fällung großer, alter Bäume für die Zukunft der Städte bedeutet (2025).

Hier sind die Simulationen für drei verschiedene Szenarien als animierte Gif-Dateien zu finden: Der hohe Wert alter Bäume für die Stadt (Lehrstuhl für terrestrische Ökologie)

Die Baumüberschirmung einer Kommune zu erhalten, ist auch ein Ziel der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur, auch EU-Renaturierungsgesetz genannt. Diese Verordnung ist heute seit genau zwei Jahren in Kraft und enthält auch einen Abschnitt über die Stadtnatur: Bis 2030 sollen die Baumüberschirmung und die Grünflächen nicht weiter abnehmen, danach soll sie zunehmen. Doch manche Kommune wartet offenbar lieber ab, bis sie von deutschen Durchführungsbestimmungen zum Handeln gezwungen wird, und nimmt derweil hohe Baumverluste in Kauf. (Die nationalen Wiederherstellung für Deutschland sind in Arbeit, aber noch nicht fertig.)

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie in meinem Artikel Das neue EU-Renaturierungsgesetz gilt auch für die Stadtnatur. Er ist Anfang 2025 im Standpunkte-Magazin des Münchner Forums erschienen.

Text: Irene Gronegger, Diplom-Geographin und freie Journalistin
Foto: Moloch München: Eggarten

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